Nichtkranzer Schwingfest Sachseln

Bericht von René Roner

Nachdem am Samstag, 18. April 2026, das Jungschwinget bei herrlichem Wetter über die Runden ging, herrschte am Sonntag bei den Aktiven sehr wechselhaftes Wetter. Trotz dieser Unbeständigkeit trafen sich 92 aktive Schwinger beim Schulhaus Mattli in Sachseln. Für einmal stellten sich ausschliesslich Schwinger ohne Kranz den Zweikämpfen, um unter sich den besten Nichtkranzer zu ermitteln.

Wie bereits bei den Jungschwingern waren Gäste vom Nordwestschweizer Schwingerverband (NWSV), Südwestschweizer Schwingerverband (SWSV) sowie vom Innerschweizer Schwingerverband (ISV) vor Ort. Die Innerschweizer teilten sich in Ob- und Nidwaldner, Zuger, Luzerner und Urner auf. Somit war das Teilnehmerfeld bereit, den zahlreich erschienenen Zuschauerinnen und Zuschauern technisch hochstehenden und spannenden Schwingsport zu präsentieren.

Für die 20 Urner vom Urner Kantonalen Schwingerverband (UKSV) war es eine Standortbestimmung, wie sie sich unter den Nichtkranzern klassieren würden. Entsprechend gross war die Spannung, wer sich am Ende an der Spitze behaupten kann.

Flavio Herger vom Schwingklub Altdorf durfte zu Beginn mit dem späteren Festsieger Jens Furrer anschwingen. Nach einem intensiven Gang musste Flavio eine Niederlage hinnehmen. Dank seines grossen Engagements resultierte dennoch die maximale Note 8.75 für den verlorenen Gang. Im zweiten Gang wurde Herger der jungen Lukas Omlin (2008) vom organisierenden Schwingklub Sachseln zugeteilt, der Flavio mit 9.75 besiegte. Anschliessend traf Flavio auf Sven Niederberger und Fabian Epp (2009), die er beide mit der Maximalnote 10.00 besiegte. Daraufhin erwartete er mit Sven Huwyler vom Schwingklub Sarnen einen technisch versierten Gegner. Auch in diesem Gang zeigte Flavio viel Risikobereitschaft, musste jedoch eine weitere Niederlage hinnehmen. Dank einer weiteren Maximalnote für den verlorenen Gang durfte er dennoch zufrieden sein. Im letzten Gang musste Herger nochmals einen starken Nichtkranzer bezwingen, um Boden gutzumachen. Dies gelang ihm in sauberer Manier. Mit der dritten Maximalnote erarbeitete sich Flavio 57.25 Punkte und belegte den ausgezeichneten Rang 3 mit Auszeichnung.

Für eine weitere Auszeichnung sorgte der versierte Nichtkranzer Robin Arnold vom Schwingklub Bürglen. Wie Herger startete auch Robin mit einer Niederlage. Mit zwei Siegen bis zum Mittag, jeweils mit der Maximalnote, konnte er sich wieder nach vorne kämpfen und im vorderen Drittel etablieren. Der Start in den Nachmittag misslang ihm jedoch, sodass er seine zweite Niederlage einstecken musste. Damit war klar: Im Ausstich mussten zwei Siege her, um eine gute Rangierung zu erreichen. Mit geduldig geführten Gängen gelang es Robin, beide Kämpfe für sich zu entscheiden. Am Ende erreichte er 56.75 Punkte und belegte Rang 5d mit Auszeichnung.

Die dritte und letzte Auszeichnung für die Urner sicherte sich Mario Zgraggen vom Schwingklub Erstfeld. Am Morgen blieb Mario mit zwei Siegen und einer Niederlage solide im Rennen. Den Nachmittag begann er jedoch mit einer Niederlage gegen den deutlich älteren und erfahrenen Clemens Spichtig vom Schwingklub Kerns. Lange konnte Mario den Angriffen standhalten und brachte Spichtig sogar in Bedrängnis. Leider wurde sein Einsatz nicht mit einem Sieg belohnt, sondern lediglich mit der Maximalnote für den verlorenen Gang. Den fünften Gang gewann Mario wieder, bevor er im letzten Kampf gegen den kräftigen Dario Imhof seine zweite Niederlage hinnehmen musste. Mit 55.50 Punkten belegte Zgraggen Rang 10c und sicherte sich damit die letzte Auszeichnung, was ihn sichtlich freute.

Sebastian Arnold vom Schwingklub Bürglen war lange auf Auszeichnungskurs. Mit 55.25 Punkten verpasste er diese jedoch um den bekannten Viertelpunkt und musste etwas enttäuscht die Heimreise antreten. Dennoch zeigte er nach längerer Abwesenheit einen beherzten Wettkampf.

Weitere Platzierungen der Urner: Samuel Schuler (Schwingklub Altdorf) Rang 12b, Elias Herger (2009, Bürglen) Rang 12c, Valentin Arnold (2008, Flüelen) Rang 14a, Levin Loretz (2009, Erstfeld) Rang 15c, Remo Zgraggen (Erstfeld) Rang 15f, David Arnold (Schattdorf) Rang 16a, Manuel Herger (2008, Altdorf) Rang 17d, Leandro Simmen (2010, Schattdorf) Rang 18a, Levin Tresch (2009, Erstfeld) Rang 18c, Raphael Zurfluh (2010, Bürglen) Rang 19.

Noah Gisler und Roman Roner (beide Bürglen) mussten ihren Wettkampf verletzungsbedingt frühzeitig beenden und klassierten sich auf Rang 22 beziehungsweise 23. Auch Elias Arnold (Schattdorf) verletzte sich und musste aufgeben (Rang 24a).

Sylvan Tresch (2008, Erstfeld), David Arnold (2010, Flüelen) und Lukas Gisler (2010, Bürglen) erreichten den Ausstich nicht und beendeten den Wettkampf vorzeitig. Sie klassierten sich auf Rang 24b, 26e und 27.

Für die jungen Nichtkranzer war dieses Schwingfest unter Wettkampfbedingungen ein idealer Anlass, der sie in ihrer Entwicklung einen wichtigen Schritt weiterbringt.

Fazit

Ein solches Nichtkranzer-Schwingfest ist für aufstrebende Schwinger eine wertvolle Erfahrung, die sie voranbringt und weiterentwickelt. Mit nahezu ausgeglichenen Gegnern werden sie in jedem Gang gefordert und müssen ihr Bestes geben sowie technisch tief in die Trickkiste greifen, wenn sie am Ende eine Auszeichnung erreichen möchten. Dieser Anlass ist daher allen zu empfehlen, die sich weiterentwickeln wollen.

Bereits am Wochenende vom 26. April 2026 startet die Kranzfestsaison. Den Auftakt macht das 121. Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest in Hergiswil (NW). Es bleibt spannend, wie sich die Urner dort schlagen werden.

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Vorschau 121. Ob- und Nidwaldner Kantonalfest in Hergiswil

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Rang- und Jungschwingen