Vorschau 121. Ob- und Nidwaldner Kantonalfest in Hergiswil
Vorschau von Michi Arnold
Am Sonntag, 26. April 2026, fällt in der Innerschweiz der Startschuss zur Kranzfestsaison, und dieser hat es in sich. Beim 121. Ob- und Nidwaldner Kantonalen in Hergiswil (Matt) wird erstmals in diesem Jahr um das begehrte Eichenlaub gekämpft. Es ist der Auftakt zu einer langen und intensiven Saison, die ihren Höhepunkt Anfang September mit dem prestigeträchtigen Kilchberger Schwinget erreicht, einem Anlass, der nur alle sechs Jahre ausgetragen wird.
Bereits zum Saisonbeginn wartet das Teilnehmerfeld mit beachtlicher Qualität auf. Rund 220 Schwinger steigen ins Sägemehl, darunter neun Eidgenossen. Die Innerschweizer Fraktion wird angeführt von Marcel Bieri, Lukas Bissig, Lokalmatador Jonas Burch, Michael Gwerder, Sven Lang, Titelverteidiger Marc Lustenberger und Sven Schurtenberger. Sie alle haben das Potenzial, den Tagessieg unter sich auszumachen, doch die Konkurrenz ist hochkarätig.
Insbesondere die Gäste aus dem Baselbiet reisen mit gewichtigen Ambitionen an. Mit den Eidgenossen Adrian Odermatt und Lars Voggensberger sowie dem kampfstarken Jonas Odermatt steht eine Delegation bereit, die das Klassement entscheidend prägen könnte. Ein offener Schlagabtausch auf höchstem Niveau ist vorprogrammiert.
Dem Sieger winkt ein besonderer Lebendpreis. Mit Stier „Roman“ wartet ein kraftvoller Zuchtstier auf seinen neuen Besitzer. Weitere Lebendpreise mit Rind „Gardi“, Rind „Desna“ und Fohlen „Noraya Lima“ warten auf die besten Schwinger des Tages. Für alle Schwinger wurde zudem ein attraktiver Gabentempel hergerichtet.
Aus Urner Sicht richtet sich der Fokus vor allem auf Lukas Bissig. Der Eidgenosse präsentierte sich bereits in der Vorbereitung in bestechender Form und konnte drei Rangfeste für sich entscheiden. Entsprechend gehört er zum engen Favoritenkreis, ein Festsieg ist ihm durchaus zuzutrauen. Gleichzeitig bietet sich ihm die Chance, in die Fussstapfen von Andi Imhof zu treten, der das Ob- und Nidwaldner Kantonale als letzter Urner im Jahr 2018 gewinnen konnte. Hinter ihm lauern mit Jonas Gisler, Marco Herger und Raphael Briker weitere erfahrene Kranzschwinger, die bei optimalem Wettkampfverlauf jederzeit in die Entscheidung eingreifen können.
Spannend bleibt auch die Rolle der Nichtkranzschwinger: Namen wie Lukas Gisler, Flavio Herger und Robin Arnold haben zuletzt aufhorchen lassen. Vor allem Herger und Arnold überzeugten am vergangenen Wochenende mit starken Auftritten. Ihnen ist der Exploit durchaus zuzutrauen.
Der erste Gang wird am Sonntag um 07:30 Uhr angesetzt. Bereits am Samstag gehört die Bühne dem Nachwuchs: Beim Nachwuchs-Schwingertag messen sich die Talente aus der gesamten Innerschweiz, das Anschwingen erfolgt um 09:00 Uhr