Vorschau Kilchberg Schwinget

Trainingseinheit des Innerschweizer Teams

Vorschau von Michi Arnold

Saisonhöhepunkt - Kilchberg Schwinget 2026

 Am kommenden Samstag kommt es zum Saisonhöhepunkt im Schwingsport, zum traditionellen Kilchberger Schwinget. Der Anlass gilt als einer der prestigeträchtigsten der Schwingerszene. Lediglich die 60 besten Schwinger des Landes treten gegeneinander an. Und dies, obwohl es in Kilchberg keine Kränze zu gewinnen gibt.

Der Kilchberger Schwinget findet im Sechsjahresrhythmus statt und wechselt sich dabei mit dem Unspunnen-Schwinget ab. Seine Ursprünge reichen bis ins Jahr 1927 zurück, als der Kilchberger Dr. Emil Huber den Anlass erstmals ins Leben rief.

Nach den pandemiebedingten Einschränkungen bei der letzten Austragung 2021 findet das Fest wieder im gewohnten Rahmen statt. Rund 12'000 Zuschauer werden in Kilchberg erwartet.

Drei Sieger als historisches Novum

Die letzte Austragung schrieb Schwinggeschichte. Erstmals in der Geschichte des Kilchberger Schwingets wurden gleich drei Festsieger ausgerufen. Neben dem damaligen Schlussgangsieger Samuel Giger erreichten auch Fabian Staudenmann und Damian Ott die gleiche Punktzahl und durften sich ebenfalls Kilchberger Sieger nennen.

Die grosse Frage vor der diesjährigen Austragung lautet deshalb: Kommt es erneut zu einer Berner Dominanz? Beim Jubiläums-Eidgenössischen 2024 in Appenzell stellten die Berner ihre Stärke eindrücklich unter Beweis, und auch die bisherigen Saisonresultate sprechen eine deutliche Sprache. Oder setzen die Nordostschweizer nach ihrem starken Auftritt am ESAF 2025 in Mollis dem Kilchberger ihren Stempel auf?

Die übrigen Teilverbände könnten dabei durchaus die Rolle des Spielverderbers übernehmen. Und wer weiss, vielleicht gelingt sogar einem Aussenseiter ein Husarenstück. Zu den Kandidaten dafür zählen insbesondere Nick Alpiger aus der Nordwestschweiz und Lukas Bissig aus der Innerschweiz.

Staudenmann – der Gejagte

Zu den ganz grossen Favoriten gehört allerdings ein anderer: Fabian Staudenmann. Der Berner befindet sich in herausragender Form und konnte in dieser Saison gleich an drei Bergfesten triumphieren. Staudenmann wird dabei von einem starken Berner Team unterstützt. Michael Moser, Adrian Walther und zuletzt auch Lars Zaugg haben mehrfach bewiesen, dass sie zur absoluten Spitze gehören.

Besonders Lars Zaugg hat in den vergangenen Wochen aufhorchen lassen. An gleich zwei Bergfesten musste er sich erst im Schlussgang Staudenmann geschlagen geben. Damit ist klar, die Berner verfügen nicht nur über einen Topfavoriten, sondern über eine breite Spitze.

Die Nordostschweizer mit Fragezeichen

Die Hoffnungen der Nordostschweizer ruhen allen voran auf Samuel Giger. Doch ausgerechnet hinter dem Titelverteidiger steht ein grosses Fragezeichen. Der Thurgauer hat aufgrund einer Schulterverletzung seit Mai keine Ernstkämpfe mehr bestritten. Wie gut er in Kilchberg zurückkehren wird, ist deshalb schwer einzuschätzen.

Auch Werner Schlegel ist nicht ohne Fragezeichen. Er musste seinen letzten Wettkampf nach vier Gängen vorzeitig abbrechen. Einzig Schwingerkönig Armon Orlik konnte die Saison ohne längere Unterbrüche bestreiten, musste bei seinen Auftritten allerdings ebenfalls den einen oder anderen Dämpfer hinnehmen.

Doch was dieses Trio zu leisten vermag, wenn es seine Bestform erreicht, hat es bereits mehrfach bewiesen. Unterstützt von Damian Ott und den Schneider-Brüdern verfügen die Nordostschweizer über ein Team, das durchaus in der Lage ist, die Berner zu fordern.

Die Innerschweizer – jung, talentiert und hungrig

Das 16-köpfige Team der Innerschweizer ist gespickt mit zahlreichen jungen und talentierten Athleten, die sich auf dem Weg an die absolute Spitze befinden. Einen klaren Topfavoriten stellen die Innerschweizer zwar nicht, dafür verfügen sie über eine beeindruckende Breite.

Michael Gwerder, Marcel Bieri, Marc Lustenberger, Samuel Schwyzer und Lukas Bissig sind allesamt in der Lage, für eine Spitzenklassierung zu sorgen.

Besonders Lukas Bissig hat in dieser Saison eindrücklich bewiesen, dass er zu den ganz Bösen gehört und künftig ganz weit vorne zu erwarten ist. Der 23-jährige Urner überzeugt vor allem mit einer beeindruckenden Konstanz. Mit Ausnahme des Bergschwingets Schwarzsee beendete er sämtliche Kranzfeste der Saison auf Rang zwei oder besser.

Diese Konstanz bestätigte Bissig auch ausserhalb seines Teilverbands. Am Nordwestschweizer Verbandsfest klassierte er sich im zweiten Rang und war dabei der einzige Gästeschwinger, der einen Kranz gewinnen konnte.

Damit ist Bissig einer jener Schwinger, die am Kilchberger durchaus für eine Überraschung sorgen können. Vielleicht gelingt es ihm und den anderen Aussenseitern sogar, den grossen Favoriten den Sieg streitig zu machen.

Siegermuni «ULTIMO»

Der diesjährige Siegermuni «Ultimo» ist 4,5 Jahre alt und bringt stolze 1,2 Tonnen auf die Waage. Getauft wurde der stattliche Muni von zwei prominenten Paten: der Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli und dem mehrfachen Schweizer Eishockey-Silberhelden und Torhüter Leonardo Genoni.

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Nordwestschweizer Schwingfest