Rigi-Schwinget
Bericht von Michi Arnold
Fabian Staudenmann triumphiert – Lukas Bissig glänzt mit Rang 2a
Am Sonntag, 19. Juli 2026, stand mit dem Rigi-Schwinget einer der traditionsreichsten Bergklassiker des Schwingsports auf dem Programm. Das Teilnehmerfeld war mit 25 Eidgenossen sowie zahlreichen starken Kranz- und Nachwuchsschwingern hervorragend besetzt. Trotz düsterer Wetterprognosen und eines zunächst trüben Starts war die Naturarena auf der Rigi bereits früh gut gefüllt. Im Verlauf des Tages besserte sich das Wetter stetig und die 4'500 Zuschauer bekamen Schwingen auf höchstem Niveau geboten. Mit Fabian Staudenmann setzte sich am Ende der Topfavorit durch. Im Schlussgang besiegte er Lars Zaugg nach etwas mehr als drei Minuten mit Kurz und Nachdrücken am Boden und sicherte sich nach 2024 seinen zweiten Rigi-Sieg.
Noch vor Wettkampfbeginn mussten die Innerschweizer einen Rückschlag hinnehmen. Marc Lustenberger, Sieger des diesjährigen Innerschweizer Schwing- und Älplerfestes in Arth, musste krankheitsbedingt kurzfristig forfait geben. Dadurch musste die Einteilung angepasst werden, denn Lustenberger war ursprünglich für die Spitzenpaarung gegen Michael Moser vorgesehen. Als Ersatz rückte der Zuger Eidgenosse Marcel Bieri nach.
Der Vormittag
Trotz des ausgeglichenen Teilnehmerfeldes fielen bereits im ersten Gang zahlreiche Entscheidungen. Michael Moser bezwang Marcel Bieri, Lukas Bissig setzte sich gegen Marius Frank durch, Michael Gwerder gewann gegen Nick Alpiger, Lars Voggensberger besiegte Etienne Burger, Matthieu Burger gewann gegen Tim Roth und Joel Ambühl bodigte Andreas Döbeli. Fabian Staudenmann musste sich hingegen vom defensiv starken Samuel Schwyzer einen Gestellten abringen lassen – aus Innerschweizer Sicht ein erfreulicher Auftakt. Bis zur Mittagspause arbeitete sich Staudenmann mit Maximalnoten gegen Patrick Betschart und Joel Strebel wieder an die Spitze heran. Von den Favoriten blieb einzig Michael Moser makellos und gewann auch gegen Joel Ambühl souverän. Michael Gwerder überzeugte ebenfalls und feierte einen weiteren Sieg gegen den Berner Eidgenossen Leandro Nägeli. Lukas Bissig musste dagegen einen ersten Rückschlag hinnehmen. Gegen Lars Zaugg wurde er nach einer eigenen Angriffsauslösung ausgekontert. Mit einer Maximalnote gegen Reto Andermatt meldete sich der Urner jedoch umgehend zurück.
Spannung im Kampf um den Schlussgang
Nach der Mittagspause bremste Samuel Schwyzer den bis dahin makellosen Michael Moser mit einem Gestellten aus. Dadurch rückte das Feld eng zusammen – angeführt vor allem von den starken Bernern. Nach vier Gängen durften sich lediglich Lukas Bissig und der Nordwestschweizer Sinisha Lüscher neben den Berner Favoriten berechtigte Hoffnungen auf den Schlussgang machen. Michael Gwerder erlitt im vierten Gang eine unglückliche Niederlage gegen Dominik Gasser und verlor dadurch den Anschluss an die Spitze. Im entscheidenden fünften Gang traf Lukas Bissig auf eben diesen Dominik Gasser. Der Berner konzentrierte sich fast ausschliesslich auf die Defensive und stellte sich in den Dienst seiner Mannschaft. Trotz grossem Einsatz fand Bissig kein Mittel, die starke Abwehr zu durchbrechen.
Für Gesprächsstoff sorgte die Einteilung der Spitzenpaarung zwischen Michael Moser und Fabian Staudenmann. Kurz vor Ablauf der Gangdauer gelang Staudenmann mit Gamma der entscheidende Angriff und damit glückte ihm die Revanche. Sinisha Lüscher gewann zwar gegen Christian Gerber, erhielt jedoch nicht die Maximalnote. Dadurch qualifizierte sich schliesslich Lars Zaugg mit seinem Sieg über Ueli Rohrer für den Schlussgang.
Vier Innerschweizer mit Eichenlaub
Im Kampf um die Kränze wusste insbesondere Lukas Bissig zu überzeugen. Mit einer Maximalnote gegen Valentin Scherz sicherte er sich den hervorragenden Schlussrang 2a. Auch Marcel Bieri zeigte einen starken Nachmittag. Dank Siegen über Oliver Hermann, Marius Frank und Adrian Odermatt durfte auch er den Kranz entgegennehmen. Fredi Bruhin sicherte sich mit einem Gestellten gegen Matthieu Burger ebenfalls das begehrte Eichenlaub. Michael Gwerder durfte sich nach einem insgesamt starken Wettkampf ebenfalls über den Kranzgewinn freuen. Knapp am Kranz vorbei schrammten Samuel Schwyzer, Joel Ambühl und Michael Zurfluh. Alle drei verpassten die Auszeichnung um den berüchtigten Viertelpunkt.
Für eine der Überraschungen des Tages sorgte Jonas Glutz. Der Nordwestschweizer Kranzschwinger erkämpfte sich im hochkarätigen Teilnehmerfeld seinen zweiten Kranz. Mit einer Maximalnote gegen Dominik Gasser im letzten Gang durfte er sich den zweiten Stern hinter seinem Namen schreiben. Enttäuschend verlief das Fest dagegen für Weissenstein-Sieger Nick Alpiger. Nach der Auftaktniederlage gegen Michael Gwerder musste er sich im dritten Gang auch Christian Gerber geschlagen geben. Ein weiterer Gestellter im fünften Gang bedeutete schliesslich das Aus – Alpiger trat die Heimreise ohne Kranz an.
Der Schlussgang
Bereits vor dem Schlussgang war klar, dass der Tagessieg nach Bern gehen würde, da Fabian Staudenmann bereits ein Gestellter zum Festsieg gereicht hätte. Dennoch suchten sowohl Staudenmann als auch Lars Zaugg konsequent den Sieg und boten den Zuschauern einen attraktiven Schlussgang.
Nach gut drei Minuten gelang Staudenmann der entscheidende Angriff. Mit Kurz brachte er Zaugg zu Boden und drückte ihn entscheidend nach. Das Kampfgericht erkannte den gültigen Sieg und erklärte Fabian Staudenmann zum verdienten Festsieger. Der Berner liess sich anschliessend von den 4'500 Zuschauern auf der Rigi feiern.
Die Urner Schwinger
Lukas Bissig zeigte einen ausgezeichneten Wettkampf und durfte sich am Ende über den Rigi-Kranz sowie den hervorragenden Schlussrang 2a freuen. Der Urner startete optimal in den Tag und bezwang im ersten Gang mit Marius Frank einen Mitfavoriten aus der Nordwestschweiz. Im zweiten Gang folgte jedoch ein Rückschlag. Gegen Lars Zaugg dominierte Bissig zunächst das Geschehen und suchte konsequent den Sieg, wurde aber bei einem Angriff ausgekontert. Mit zwei Maximalnoten gegen Reto Andermatt und den Eidgenossen Adrian Odermatt kämpfte er sich eindrücklich zurück an die Spitze. Im Kampf um den Schlussgang traf er auf Dominik Gasser. Bissig suchte während der gesamten Gangdauer den Erfolg, konnte seine Angriffe jedoch nie entscheidend vollenden. Etwas bitter war dabei die Note 9,00 für den Gestellten. Im letzten Gang bodigte er Valentin Scherz nochmals mit der Maximalnote und klassierte sich mit 57,25 Punkten auf dem hervorragenden Schlussrang 2a.
Etwas harzig verlief der Start für Michael Zurfluh. Zum Auftakt musste er sich dem körperlich überlegenen Kai Hügli geschlagen geben. Nach einem Gestellten gegen den Kranzer Patrice Bühler rückte ein Kranzgewinn zunächst in weite Ferne. Mit dem Sieg gegen Levin Neunschwander vor der Mittagspause kam der Attinghauser jedoch immer besser in Fahrt. Am Nachmittag bodigte er zuerst den Eidgenossen Lukas Tschumi und anschliessend den Eidgenossen Patrick Schenk. Plötzlich war der Gewinn des ersten Bergkranzes wieder in Reichweite. Im entscheidenden Gang wartete mit Andreas Döbeli erneut ein Eidgenosse. Trotz grossem Einsatz und zahlreichen Angriffsversuchen endete der Gang gestellt (Note 9,00). Mit 56,25 Punkten blieb die Hoffnung auf den Kranz bis zum Schluss bestehen, letztlich fehlte jedoch der berüchtigte Viertelpunkt.
Für den dritten Attinghauser, Gabriel Wyrsch, verlief das Fest nicht wunschgemäss. Nach vier Gängen – einem Gestellten und drei Niederlagen – reichte die Punktzahl nicht für den Ausstich. Auch wenn das Resultat enttäuschend ausfiel, durfte der junge Urner auf der Rigi wertvolle Erfahrungen für seine weitere Laufbahn sammeln.