Urnerboden-Schwinget
Festsieger Michael Gwerder
Bericht von René Roner
40. Urnerbodenschwingen am 09. August 2026
Bei sommerlichen Temperaturen und vor eindrücklicher Bergkulisse auf der grössten Alp der Schweiz erwachte der Urnerboden am Sonntag, 9. August 2026, zum 40. Urnerbodenschwingen. Die Wettkämpfe wurden durch die Alphornbläser und Fahnenschwinger Vereinigung Uri mit Alphornklänge und schwingende Fahnen ergänzt. Das OK-Team unter der Leitung von Martin Huser stellte gemeinsam mit seinen Helferinnen und Helfern den 72 Aktivschwingern auf drei Sägemehlplätzen eine würdige Naturarena bereit. Rund die Hälfte der Teilnehmer stammte aus dem Kanton Uri.
Im Teilnehmerfeld befand sich mit Lukas Bissig aus Attinghausen ein Urner Eidgenosse. Vom Schwyzer Kantonalen Schwingerverband (SKSV) reisten die beiden Eidgenossen Michael Gwerder und Silvan Appert an. Ebenfalls aus dem SKSV nahm mit Patrick Betschard der zweifache Sieger des Urnerbodenschwingen von 2023 und 2024 teil. Vom Nordostschweizerischen Schwingerverband (NOSV) war mit Sales Tschudi aus Matt im Kanton Glarus der Sieger des diesjährigen Klöntalschwinget am Start.
Erfolgreicher Start von Lukas Bissig
Der Urner Eidgenosse Lukas Bissig (SK Attinghausen) startete stark in den Wettkampf. In den ersten beiden Gängen besiegte er die beiden Schwyzer Michael Gwerder und Samuel Suter jeweils mit der Note 9,75. Im dritten Gang musste der Kampf gegen Benno Heinzer ohne Resultat beendet werden. Die folgenden Gänge gegen Bruno Schürpf und Alex Schuler konnte Bissig zwar für sich entscheiden, doch mit 48,00 Punkten reichte es nicht für die Qualifikation zum Schlussgang. Dank eines Sieges im letzten Gang gegen Marco Ulrich sicherte er sich dennoch den zweiten Rang.
Auch sein Klubkollege Raphael Briker zeigte eine starke Leistung. Nach einer Niederlage im ersten Gang gegen den Teilverbandskranzer Pirmin Suter folgten zwei Siege mit der Bestnote 10,00 gegen Samuel Sidler und Gian Luca Keller. Vor der Mittagspause musste er sich dem Eidgenossen Silvan Appert geschlagen geben. Mit zwei weiteren Siegen gegen Fabian Rogenmoser und Raphael Schreiber schloss Briker das Fest auf dem ausgezeichneten Schlussrang 4b ab.
Remo Roner mit Auszeichnung
Nach drei Gängen setzte sich Remo Roner (SK Bürglen) mit drei Siegen gemeinsam mit Silvan Appert an die Spitze der Rangliste. Danach musste er sich Pirmin Suter geschlagen geben und stellte gegen den Teilverbandskranzer Bruno Schürpf. Zum Abschluss gelang ihm gegen Fabian Rogenmoser ein Sieg. Damit sicherte er sich die Auszeichnung und den Schlussrang 6a.
Auch Flavio Herger (SK Altdorf) startete mit einem Sieg in den Wettkampf. Danach musste er sich Silvan Appert und Benno Heinzer geschlagen geben. Mit drei weiteren Siegen gegen Elias Spycher, Cyrill Laimbacher und Kitho Regli kämpfte er sich zurück und erreichte mit 56,50 Punkten ebenfalls die Auszeichnung.
Schwyzer Duell im Schlussgang
Nach fünf Gängen führte der Schwyzer Eidgenosse Silvan Appert mit 48,75 Punkten. In den ersten vier Gängen legte er Fabien Jacquaz, Flavio Herger, Pirmin Suter und Raphael Briker ins Sägemehl. Im fünften Gang endete der Kampf gegen Benno Heinzer ohne Sieger. Für den aktiven Zweikampf erhielt Appert die Note 9,00 und sicherte sich damit die Schlussgangqualifikation.
Sein Schlussganggegner Michael Gwerder musste im ersten Gang gegen den Urner Lukas Bissig eine Niederlage hinnehmen. Danach lief es für den Schwyzer Eidgenossen jedoch wie am Schnürchen. Die folgenden vier Gänge gegen Elias Herger, Gabriel Wyrsch, Raphael Schreiber und Dominik Schwegler entschied er allesamt mit der Bestnote für sich. Damit löste Gwerder das Ticket für den Schlussgang.
Dort entwickelte sich ein intensiver Zweikampf. Schliesslich gelang es Michael Gwerder, seinen Gegner mit einem Kurz auf den Rücken zu legen und damit den Schlussgang für sich zu entscheiden.
16 Auszeichnungen für den UKSV
Mit insgesamt 16 Auszeichnungen durfte der Urner Kantonale Schwingerverband (UKSV) auf ein erfolgreiches Fest zurückblicken.
Folgende Schwinger wurden am 40. Urnerbodenschwingen ausgezeichnet:
Lukas Bissig, Raphael Briker, Remo Roner, Flavio Herger, Silvan Gisler, Remo Zgraggen, Jonas Zurfluh, Elias Epp, Robin Arnold, Jann Zurfluh, Valentin Arnold, Jonas Gisler, Ben Arnold, Tobias Bissig, Severin Epp und Jan Jauch.
Neue Wege im Schwingsport
Neue Wege werden auch im Schwingsport beschritten oder zumindest ausprobiert. Das 40. Urnerbodenschwingen war Teil einer Testphase für neue Massnahmen zur Reduktion von Fehlentscheidungen im Sägemehlring, die vom Eidgenössischen Schwingerverband (ESV) initiiert wurde.
Auf einem der drei Plätze wurde eine neue Aufteilung der Kampfrichter getestet. Neben einem Tischkampfrichter standen zwei weitere Kampfrichter am Sägemehlrand. Auf einem anderen Platz war der Platzkampfrichter über ein Headset direkt mit den Tischkampfrichtern verbunden.
Trotz dieser ungewohnten Massnahmen zeigten sich die Schwinger mit dem gelungenen Fest zufrieden. Ob und welche Auswirkungen die getesteten Massnahmen künftig auf den Schwingsport haben werden, wird sich zeigen.