Vorschau ESAF 2025 in Mollis

Eine riesige Arena: In Mollis laufen die Vorbereitungen fürs Eidgenössische.

Bericht von Michi Arnold

Am kommenden Wochenende findet der sportliche Saisonhöhepunkt im Schwingen statt, mit dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Mollis. Vom 29. -31. August 2025 wird der Flugplatz Mollis, inmitten der Glarner Alpen zum Zentrum des Schwingsport. Das OK, welches rund 200 Mitglieder umfasst und unter der Leitung von OK-Präsident Jakob Kamm steht, hat nichts dem Zufall überlassen, um den Festbesuchern ein Anlass der Superlative zu präsentieren. Nebst der weltweit grössten Temporär-Arena mit Platz für 56'500.- Zuschauern, haben sie ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm zusammengestellt, welches rund 350'000 Festbesucher übers ganze Wochenende ins Glarnerland locken soll. Ein Härtetest wird mit Sicherheit der Verkehr darstellen, da nur eine Hauptachse durch Glarus führt. Daher ist es ratsam, einerseits den öffentlichen Verkehr zu benützen oder genügend Zeit einzuplanen.

274 Schwinger am Start

Auf der Schwingerliste sind 274 Schwinger aufgeführt, welche sich aus sechs Auslandschwinger (USA/Kanada), 63 Schwinger aus dem Bernisch-Kantonalen Schwingerverband, 67 Nordostschweizer, je 30 Südwest- und Nordwestschweizer Schwinger und 78 Innerschweizer Akteuren zusammensetzt. Mit Ausnahme der sechs Auslandschwinger sind sämtliche Athleten Kranzschwinger, welche allesamt ein Ziel verfolgen, den Gewinn des Eidgenössischen Kranzes, welchen es nur alle drei Jahre zu gewinnen gibt.

Wer holt sich die Krone

Die Ausgangslage für das diesjährige Eidgenössische könnte kaum spannender sein denn je. Keiner der Spitzenschwinger konnte über die ganze Saison hinweggesehen überzeugen, jeder von ihnen musste sich mindestens einmal das Sägemehl vom Rücken wischen lassen. Was mit Sicherheit im Vorfeld gesagt werden kann, ist, dass der Schwingerkönig aus dem Bernischen, Nordostschweizer oder Innerschweizer Lager hervorgehen muss, alles andere wäre eine riesengrosse Überraschung.

Aus dem Berner Verband ist Fabian Staudenmann der Kronfavorit. Als Saisondominator der letzten Jahre, Kilchberg Sieger und Jubiläumsfestsieger ist er sicherlich bereit, sich in Mollis die Krone aufsetzen zu lassen. Nebst den Bergfestsiegen auf dem Stoos und Weissenstein konnte er heuer auch das Fribourger Kantonale, das Mittel und Oberländische für sich entscheiden. Zudem wird er von einem starken und breiten Berner Team unterstützt. Konkurrenz kommt aber auch aus dem eigenen Team, mit Adrian Walther und vor allem dem jungen, unbekümmerten Michael Moser sind weitere Anwärter auf den Königstitel im Berner Team.

Das Nordostschweizer Team wird von einem Quartett angeführt. Mit Samuel Giger, Werner Schlegel, Damian Ott und Armon Orlik sind vier Nordostschweizer am Start, welche allesamt den Königstitel erschwingen können. Für Samuel Giger wäre es die Vervollständigung seiner Sammlung als Sieger von Schwingfesten mit eidgenössischen Charakter, nach dem Kilchbergsieg 2021 und dem Unspunnensieg 2023. Gleich wie Staudenmann konnte Giger an zwei Bergen reüssieren, Rigi und Schwägalp, und drei Gauverbandsfeste für sich entscheiden (Thurgauer, St.Galler und Glarner-Bündner). Aber auch die weiteren Anwärter aus der Ostschweiz sind diesjährige Kranzfestsieger und mit Marcel Räbsamen und den Gebrüder Schneider haben sie weitere Schwinger, welche sich im erweiterten Favoritenkreis befinden.

Die Fahne für die Innerschweizer werden auch dieses Jahr die beiden Spitzenschwinger Pirmin Reichmuth und Joel Wicki hochhalten müssen. Doch wie es das ESAF 2022 in Pratteln gezeigt hat, sind die beiden Athleten auch dazu in der Lage. Für den Zuger Modellathleten gilt es von Anfang an mit voller Überzeugung und ohne gesundheitliche Probleme an den Start zu gehen, danach ist für Ihn alles möglich. Dem Sörenberger Wicki muss wohl niemand etwas vormachen. Mit seiner bescheidenen Körpergrösse in Schwingerkreisen weiss er, als Schwingerkönig und Erstgekrönter, wie man sich auf solch Grossanlässe vorbereitet und am Tag X das bestmögliche aus sich herauszuholen. Auch seine Leistungen und vor allem seine Formkurve zeigen steil nach oben. Zuletzt konnte er mit Siegen auf dem Brünig und am Innerschweizerischen in Seedorf überzeugen.

Am nächsten Wochenende wird sich zeigen, wer seiner Favoritenrolle gerecht wird, sich auch durch unbequeme Gegner nicht vom Weg zum Schwingerkönig abbringen lässt und am Sonntagabend die Krone und Siegermuni «Zibu» in Empfang nehmen darf.

Einkleidung und Besuch des Festgeländes

Nach dem Aufgebot vom technischen Leiter ISV, Stefan Muff, durfte das Team Innerschweiz am 9. August 2025 die Unterkunft und das Festgelände von Mollis besuchen und sich einen ersten Eindruck von der Atmosphäre verschaffen. Nebst der Einkleidung stand auch noch eine kleine Medienkonferenz für die Schwinger auf dem Programm, doch primär ging es beim Zusammenzug um die Förderung des Teamgeist und des Zusammenhalts.

Eröffnung Gabentempel

Am letzten Samstag wurde der Gabentempel auf dem Festgelände feierlich eröffnet. Zahlreiche geladene Gäste durften bei der Eröffnung teilnehmen. Nebst wunderschönen Gaben für die 274 Schwinger sind auch ca. 50 Gaben für die Steinstösser vorhanden. OK-Präsident Jakob Kamm bedankte sich dabei nochmals herzlich für die grosszügigen Gabenspender aus der ganzen Schweiz. Ebenfalls ist seit letzten Samstag das Glarnerland-Zelt für alle Gäste geöffnet. Dort kann man, nebst dem Bestaunen der regionalen Handwerkskund, kulinarisch und musikalisch verwöhnen lassen. Dort wird bis zum Festwochenende täglich für Unterhaltung gesorgt sein.

Seit knapp zwei Monaten wird die grösste temporäre Arena hergerichtet, welche ebenfalls mit Führungen bestaunt werden kann. Diese Arena und alles drumherum wäre, ohne die grosse Unterstützung der Armee und des Zivilschutzes kaum zu bewältigen.

Imposant in Erscheinung tritt auch der MuniMAX, ein hölzerner Stier, welcher schon von Weitem sichtbar ist und für das OK ESAF Glarnerland+ von zentraler Bedeutung ist. Er soll die Werte Bodenständigkeit, Respekt gegenüber Mensch und Natur, Leidenschaft und Zusammengehörigkeit repräsentieren.

Sieben Urner in Mollis im Einsatz

Aus Urner Sicht konnten sich dieses Jahr vier Schwinger durch ihre Leistungen für den Saisonhöhepunkt qualifizieren. Das Trio vom Schwingklub Attinghausen, Lukas Bissig, Raphael Briker und Michael Zurfluh, sowie Eidgenosse Matthias Herger vom Schwingklub Bürglen dürfen für die Innerschweizer ins Sägemehl steigen. Vor allem Lukas Bissig konnte dieses Jahr erneut überzeugen und ist in der aktuellen Jahreswertung mit einem Kranzfestsieg und acht Saisonkränzen auch bester Innerschweizer. Für den Seedorfer Raphael Briker ist es die Premiere an einem Fest mit eidgenössischem Charakter auf Stufe Aktivschwinger. Jedoch konnte der junge Turnschwinger mit einem Kranz und konstant guten Leistungen das Aufgebot rechtfertigen. Matthias Herger und Michael Zurfluh konnten diese Saison bereits zwei, resp. drei Kränze erkämpfen. Matthias Herger hatte die Saison mit zahlreiche Blessuren zu kämpfen und konnte nicht viele Kranzfeste bestreiten. Michael Zurfluh konnte nebst dem Innerschweizer auf letztes Wochenende noch um den Kranzgewinn kämpfen, wobei am Ende etwas Wettkampfglück fehlte.

Nebst den Aktivschwingern wird mit Josef Herger ein weiterer Urner im Sägemehl stehen, nur hat «Bänziger Sepp» die Funktion als Kampfrichter inne in Mollis. Durch seine jahrelange Erfahrung als ehemaliger Aktivschwinger und gegenwärtiger Kampfrichter sowie seine kompetente und objektive Leistungen hat er das Aufgebot mehr als verdient. Zudem werden Lukas Briker und Andi Imhof dem Staff des Team Innerschweiz angehören und die Athleten vor Ort betreuen.

Grosse Sendezeit im TV

Nebst dem Festwochenende, bei welchem das Schweizer Fernsehen fast ununterbrochen vom Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest berichtet, werden auch neu am Mittwochabend 17:15Uhr die Spitzenpaarungen präsentiert. Diese wird der Technische Leiter auf Stufe ESV Stefan Strebel bekannt geben und seine Überlegungen hinter den Paarungen erklären.

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Schlussbericht: Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest 2025

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Rigi Schwinget