Rigi Schwinget

Matthias Herger gegen Alex Schuler

Bericht von Michi Arnold

Am vergangenen Sonntag stand das dritte Bergfest der Saison auf dem Programm, der traditionelle Rigi-Schwinget. Schon früh am Morgen strömten die Zuschauer mit der Zahnradbahn auf die Königin der Berge. Bei traumhaftem Schwingwetter war die Arena mit rund 4'500 Zuschauern nahezu ausverkauft. Trotz einiger Terminkollisionen – am selben Tag fanden noch zwei Teilverbands- sowie ein Kantonales Kranzfest statt – durfte man sich auf ein hochkarätiges Teilnehmerfeld freuen.

Aus Innerschweizer Sicht stellte das diesjährige Schwingfest jedoch eine echte Bewährungsprobe dar. Bereits im Vorfeld mussten sich zwei der stärksten Innerschweizer, Pirmin Reichmuth (Knieverletzung) und Marcel Bieri (Muskelverletzung), verletzungsbedingt abmelden. Ebenfalls nicht am Start war der amtierende Schwingerkönig Joel Wicki, der sich für eine Teilnahme am Südwestschweizer Verbandsfest entschieden hatte. Die Hoffnungen auf eine Überraschung ruhten daher auf den Eidgenossen Joel Ambühl und Christian Schuler sowie den aufstrebenden Talenten wie Marc Lustenberger und Lukas von Euw. Vor allem die Nordostschweizer reisten mit einer sehr starken Truppe an, darunter drei Siegesanwärter Samuel Giger, Armon Orlik und Damian Ott. Mit Werner Schlegel wäre ein weiterer Spitzenschwinger gemeldet gewesen, der sich jedoch krankheitsbedingt abmelden musste. Auch die Nordwestschweizer waren mit zahlreichen Topschwingern vertreten. Leider musste sich der Eidgenosse Andreas Döbeli kurzfristig abmelden, nachdem er sich beim Einwärmen eine Knieverletzung zugezogen hatte.

Bereits beim Anschwingen wurde deutlich, dass der Tagessieg nur über die Nordostschweizer führen konnte, denn ihre Favoriten gewannen alle den ersten Gang. Bis zur Mittagspause hatte sich die Ausgangslage noch weiter zugespitzt , denn mit Samuel Giger, Mario Schneider und Armon Orlik hatten drei Nordostschweizer Schwinger alle Gänge am Vormittag gewonnen. Dahinter waren die Innerschweizer mit vielen talentierten Mittelschwingern stark vertreten.

Auch am Nachmittag zeigte sich das gleiche Bild wie am Morgen: eine klare Dominanz der Nordostschweizer an der Spitze. Obwohl im vierten Gang mit dem Duell zwischen Samuel Giger und Armon Orlik zwei Favoriten aufeinandertrafen (das Gangende wurde ereignislos gestellt), konnte kein anderer Schwinger bis nach dem fünften Gang zum Trio aufschließen. Auch die hinteren Plätze wurden vermehrt von Nordostschweizern belegt. Nach fünf absolvierten Gängen lagen unter den ersten zehn Schwingern sieben aus der Nordostschweiz.

Für den Schlussgang qualifizierten sich mit Samuel Giger und Mario Schneider zwei Klubkollegen. Armon Orlik stand ebenfalls zur Auswahl, hatte aber bereits im vierten Gang gegen Giger antreten müssen.

Bereits nach wenigen Sekunden konnte Samuel Giger das Schwergewicht Mario Schneider platt ins Sägemehl betten und seinen zweiten Bergfestsieg auf der Rigi feiern. Nach durchzogenen letzten Wochen ist dies für den 27-jährigen Thurgauer eine Genugtuung und ein wichtiger Schritt auf dem Weg Richtung Mollis. Hinter Giger klassierten sich Armon Orlik und Damian Ott auf den Ehrenplätzen. Obwohl es für die Innerschweizer keine Spitzenklassierung gab, konnten sie mit acht Kränzen eine beachtliche Ausbeute erzielen. Die Nordostschweizer nahmen sechs Kränze mit nach Hause, und bei den Nordwestschweizern konnten mit Adrian Odermatt und Herman Oliver zwei Athleten kranzgeschmückt die Heimreise antreten. Mit dem Ausserschwyzer Benjamin Züger erkämpfte ein Innerschweizer zudem seinen zweiten Stern am Ende des Namens.

Nach seinem Sieg im sechsten Gang gegen Jonas Odermatt konnte der 123-fache Kranzgewinner Christian Schuler seine Emotionen nicht mehr zurückhalten. Was zu diesem Zeitpunkt niemand wusste: Für den 37-jährigen Schwyzer war es der letzte Kampf seiner Schwingkarriere. Er entschied sich kurzerhand, per sofort zurückzutreten. Seine beeindruckende Laufbahn konnte somit mit einem Erfolg beendet werden. Christian Schuler errang in seiner Karriere 123 Kränze, darunter fünf Eidgenössische, 38 Bergkränze, 24 Teilverbandskränze und 56 Kantonalkränze. Insgesamt feierte er 18 Kranzfestsiege, darunter zwei am «Innerschweizer», zweimal den Stoos, einmal die Rigi, einen Schwägalpsieg sowie zwölf Kantonalfeste.

Für die Urner waren neben dem Bürgler Eidgenossen Matthias Herger auch die drei Kranzschwinger Fabian Arnold, Elias Epp und Jonas Gisler im Einsatz. Obwohl es am Ende für keinen Kranz reichte, zeigten die vier Urner einen beherzten Wettkampf. Fabian Arnold beendete das Fest mit 55.50 Punkten auf Rang 10b. Er gewann drei Gänge, darunter gegen die Teilverbandsschwinger Marco Heiniger und Kilian Bühler, durfte zweimal stellen und musste sich lediglich dem Zürcher Eidgenossen Fabian Kindlimann geschlagen geben. Jonas Gisler gewann zwei Gänge und klassierte sich mit 53.75 Punkten auf Rang 17b. Der Attinghauser Elias Epp gewann einen Gang und beendete das Fest mit 52.50 Punkten auf Rang 22b. Matthias Herger musste das Fest nach vier Gängen verletzungsbedingt vorsichtshalber abbrechen. Wie schwer seine Verletzung ist, werden die kommenden Tage und weitere Untersuchungen zeigen.

Zurück
Zurück

Vorschau ESAF 2025 in Mollis

Weiter
Weiter

König Wicki gewinnt das Innerschweizerische zum vierten Mal