Kilchberg Schwinget

Bericht von David Zurfluh

Samuekl Giger gewinnt den Kilchberg Schwinget

Marcel Bieri im Schlussgang – Lukas Bissig setzte Urner Ausrufezeichen

Der Kilchbergschwinget war der grosse Saisonhöhepunkt im Schwingsport. Nur alle sechs Jahre treffen sich die besten Schwinger des Landes zu diesem besonderen Anlass. 60 Athleten aus den fünf Teilverbänden sowie dem Schwingklub Zürich traten auf dem Gutsbetrieb «Uf Stocken» an und kämpften um den prestigeträchtigen Tagessieg. Mit 35 Eidgenossen war das Teilnehmerfeld hochkarätig besetzt.

Die Ausgangslage war entsprechend offen. Mit Samuel Giger, Fabian Staudenmann und Damian Ott standen gleich drei Sieger des letzten Kilchberger Schwingets von 2021 am Start. Dazu kamen weitere Spitzenleute wie Armon Orlik, Werner Schlegel, oder auch Nick Alpiger. Es wurde ein Duell zwischen den Bernern und den Nordostschweizren erwartet.

Lukas Bissig überzeugte auf nationaler Bühne

Die Innerschweizer zählten nicht zu den meistgenannten Favoriten. Lukas Bissig aus Attinghausen wurden aufgrund seiner guten Platzierungen immerhin Aussenseiterschancen zugeschrieben

Der Urner Neueidgenosse war mit viel Selbstvertrauen nach Kilchberg gereist. Er hatte im Verlauf der Saison mehrfach bewiesen, dass er auch gegen starke Konkurrenz bestehen konnte. Er war einmal als 6. Klassiert und ansonsten belegte er in diesem Jahr immer den ersten oder zweiten Rang.

In Kilchberg wartete nun allerdings eine nochmals andere Herausforderung auf ihn. Die Dichte an Eidgenossen war aussergewöhnlich hoch, und praktisch jeder Gang konnte zu einem Duell mit einem Schwinger aus der nationalen Spitze werden.

Der morgen verlief für den 23-jährigen Metzger nicht nach Wunsch. Gegen den Mitfavoriten und Titelverteidiger Damian Ott musste er die erste Niederlage einstecken. Nachdem standesgemässen Sieg gegen Silvio Oetli musste er gegen Matthieu Burger antreten, gegen welchen er auf dem Schwarzsee eine Niederlage einstecken musste. Auch heute musste er sich nach etwa drei Minuten das Sägemehl von den Schultern wischen lassen.

Makelloser Nachmittag

Aber Bissig konnte sich am Nachmittag nochmals aufraffen. Gegen Dominik Gasser im vierten Gang braucht er aber noch viel Geduld. Am ESAF 2022 in Pratteln verlor Bissig gegen Gasser den entscheidenden Gang um den Kranz. Heute konnte er ihn aber dank einer starken Willensleistung kurz vor Gangende bezwingen.

Auch gegen Lars Zaug, seinen Gegner im fünften Gang, zog er in dieser Saison schon einmal den kürzeren. Heute zeigte er aber eine taktisch starke Leistung, riskierte zu Beginn noch nicht viel und erhöhte den Druck Zug um Zug. Schlussendlich gelang ihm die Revanche und er ging in diesem Duell als Sieger vom Platz.

Auch wenn es auf dem Kilchberg nicht um Kränze geht, schaut man am Ende, wer die virtuellen Kranzquote erreicht hat. Dank des Blitzssieges gegen den unbequemen Marco Good, hätte sich Bissig innerhalb dieser Quote klassiert

Bissig zeigte, dass er sich vor den grossen nicht verstecken musste. Sein Auftritt auf dem Kilchberger Schwingplatz war für den Urner Schwingsport deshalb von besonderer Bedeutung. Der 2025 am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Mollis gekrönte Eidgenosse konnte seine Entwicklung auch auf dieser Bühne mit dem 4. Schlussrang bestätigen.

Bieri kämpfte sich in den Schlussgang

Für einmal war Bissig aber nicht der Beste Innerschweizer. Marcel Bieri schafft es nämlich sogar in den Schlussgang. Bieri sorgte gleichzeitig für eine der grössten Überraschungen des Tages. Im fünften Gang bezwang er Schwingerkönig Armon Orlik und sicherte sich damit die Teilnahme an der Endausmarchung.

Für Bieri war die Schlussgangqualifikation ein weiterer Höhepunkt seiner bereits erfolgreichen Karriere. Der Zuger Eidgenosse erhielt damit die Chance, den Kilchberger Schwinget gegen einen der dominierenden Schwinger der vergangenen Jahre für sich zu entscheiden. Sein Gegner, der Thurgauer Giger qualifizierte sich mit einem eindrücklichen Plattwurf gegen Michael Moser. Vor dem Fest stand hinter Giger noch ein Fragezeichen, da er seit drei Monaten keinen Ernstkampf mehr bestritten hatte.

Giger ging mit einem kleinen Vorsprung auf Bieri in den Schlussgang. Und ihm hätte auch ein Gestellter für den Sieg gereicht. Doch der Titelverteidiger liess nichts anbrennen und legte Bieri nach kurzer Gangdauer Platt ins Sägemehl. Damit ist Giger erst der zweite Schwinger nach dem legendären Karl Meli, dem die Titelverteidigung  auf dem Kilchberg gelungen ist

Starker Auftritt der Innerschweizer

Für den Innerschweizer Schwingerverband war der Kilchberger Schwinget bereits mit der Schlussgangqualifikation von Marcel Bieri ein erfolgreicher Wettkampf. Daneben haben sie aber auch dank einer starken Vorstellung am Nachmittag auch als Team überzeugt.

Mit Joel Ambühl und Michael Gwerder schafften zwei weitere Innerschweizer im imaginäre Kranzquote. Während die Berener und Nordwestschweizer je zwei und die Nordost und . die Südwestschweizer je einen Schwinger sich in diesen Rängen platzieren konnten

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