Feierlicher Empfang von Matthias Herger am 03. September 2025 in Bürglen

Bericht von René Rohner

Am Mittwoch, dem 3. September 2025, fand im Tellendorf Bürglen der festliche Einzug für den eidgenössischen Kranzgewinner Matthias Herger statt. Bereits im Jahr 2022 setzte Matthias die Erfolgswelle von Andi Imhof fort und damit die Statistik nicht unterbrochen wird, sorgte Herger auch in diesem Jahr für einen eidgenössischen Kranz, seinen zweiten in seiner Karriere.

Wegen der Grossbaustelle auf dem Kirchenplatz musste das Einreihen und Aufstellen beim Altersheim beginnen. Die grosse Schar wurde vom Musikverein angeführt. Dahinter folgte der strahlende Matthias Herger, begleitet von seinen UKSV-Kollegen Lukas Bissig, Michael Zurfluh und Raphael Briker. Auch im Umzug mit dabei: Betreuer Andi Imhof und Lukas Briker sowie der Urner Kampfrichter Sepp Herger.

Hinter den erfolgreichen Schwingern und Betreuern reihten sich die Fahne des Urner Kantonalen Schwingerverbandes (UKSV) mit den Jungschwingern sowie den Aktiven des Schwingklubs Bürglen ein. Gefolgt wurden sie vom Vorstand des Schwingklubs Bürglen mit der Veteranenfahne und Vertretern des UKSV-Vorstands sowie des Innerschweizer Schwingerverbandes. Auch die Regierungsräte Georg Simmen und Urban Camenzind sowie Vertreter benachbarter Schwingklubs nahmen am Umzug teil.

Ebenso erwiesen der Turnverein mit Fahne und die Nationalturner dem zweifachen Eidgenossen Matthias Herger die Ehre. Auch der Trachtenverein Bürglen sowie Vertreter der Feuerwehr Bürglen begleiteten den Umzug jeweils mit ihren Fahnen.

Auf dem Schulareal vor der Aula machte sich die Trychlergruppe lautstark bemerkbar und ehrte Herger mit ihren eindrucksvollen Klängen. Als der Umzug schliesslich auf dem Schulhausplatz ankam, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von zahlreichen schwingbegeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern empfangen und gefeiert.

Der Musikverein Bürglen und das Hobbychörli Bürglen verliehen dem Anlass mit ihren schönen Darbietungen einen würdigen Rahmen, und die vielen bunten Fahnen flatterten feierlich im Wind.

Alles in allem war es ein ergreifendes Ereignis, das allen Anwesenden sicherlich noch lange in positiver Erinnerung bleiben wird.

Festliche Reden und anerkennende Worte

Nach den musikalischen Einlagen folgte die offizielle Begrüssung durch Bruno Gisler, Präsident des SK Bürglen. In seiner unterhaltsamen Rede zeigte er sich erfreut über das grosse Publikum und begeistert vom Urner Team am ESAF. Besonders imponiert habe ihm dabei die Leistung von Matthias Herger, welcher auf seinem Weg zum Erfolg vieles auf sich genommen habe.

Anschliessend richtete Alois Arnold vom Gemeinderat Bürglen das Wort an das versammelte Schwinger Volk. Er gratulierte Matthias Herger ebenfalls zum Kranzgewinn und rühmte dessen Kraft, Entschlossenheit und mentale Stärke, die ihm schlussendlich den Weg zu diesem Erfolg geebnet hätten.

Regierungsrat Georg Simmen outete sich ebenfalls als Kenner der Schwingszene und hatte mit den Urner Schwingern vor Ort mitgefiebert. Er gratulierte im Namen der Urner Regierung zu den erbrachten Leistungen und fand lobende Worte für den Mann der Stunde. Um kranzgeschmückt nach Hause zurückzukehren, habe Matthias Herger hart trainiert und auf vieles verzichten müssen.

Auch Christian Gisler, Präsident des UKSV, gratulierte dem gesamten Urner Team, das ans ESAF gereist war, sowie dem SK Bürglen für die Organisation dieses nicht alltäglichen Anlasses.

Schliesslich liess es sich auch Philipp Kempf, Präsident des Turnvereins, nicht nehmen, seiner Begeisterung für das schwingerische Geschehen in Mollis (GL) Ausdruck zu verleihen. Obwohl es zwei harte Tage gewesen seien, habe das ganze Team sich gegenseitig unterstützt. Solche Erfolge seien ohnehin nur als Kollektiv möglich, weshalb er allen für ihren Beitrag gratulierte.

Emotionaler und humorvoller Auftritt des zweifachen Eidgenossen

Nach den vielen lobenden Worten trat nun Matthias Herger ans Rednerpult und bewies, dass er sich auch in Sachen Redenschwingen bereits bestens auskennt. Zwar gab der kräftige Turnerschwinger zu, dass er eine Rede vorbereitet hatte, diese jedoch an seinem Arbeitsplatz vergessen habe.

Mit sichtlich kämpfenden Emotionen zeigte Matthias, dass er auch Reden aus dem Stegreif beherrscht. Mit zitternder Stimme fand er, wie schon in Mollis (GL), die richtigen Worte, um dem Schwinger Volk seine Dankbarkeit auszudrücken. Der zweifache Eidgenosse bezeichnete Mollis (GL) als ein gigantisches Fest, bei dem ihm vor allem die Anwesenheit seiner Familie und Freunde Kraft und Auftrieb gegeben habe.

Die Vorbereitung sei alles andere als einfach gewesen, die Freude darüber, dass das Knie wie auch die Schulter gehalten habe, aber umso grösser.

Der 30-jährige Maschineningenieur holte dann zu einer ganzen Serie von Danksagungen aus: Die Urner und Innerschweizer Betreuer hätten ihn mit wertvollen Tipps versorgt, und seine Schwingkameraden am ESAF hätten ihn auf positive Weise abgelenkt und mit Ratschlägen unterstützt.

Für die jahrelange Unterstützung seiner Eltern Annagret und Paul sowie seiner Geschwister zeigte sich Herger besonders dankbar. Einen grossen Anteil an seinem Erfolg habe aber nicht zuletzt seine Freundin Michaela, die auf vieles verzichte und ihm den Rücken freihalte.

Zum Abschluss bedankte sich Matthias Herger noch bei seinen Kollegen, seinen Schwingkameraden für die vielen harten Trainings und bei allen, die ihn in irgendeiner Art und Weise unterstützt, begleitet oder beraten hätten.

Nach diesen lobenden Worten verkündete Matthias, sichtlich bewegt, dass er am 2. Tessiner Kantonalen Schwingfest in Biasca am 20. September 2025 sein letztes Schwingfest bestreiten werde. Gekonnt und mit einem Schuss Humor fand Matthias nach diesen schweren Worten zurück in seine Rede.

Für ihn sei nun der Zeitpunkt gekommen, dem aktiven Schwingsport Adieu zu sagen. Es sei nicht immer einfach gewesen, sich nach all den Verletzungen zurückzukämpfen, wieder aufzustehen und weiterzumachen.

Mit grossem Applaus akzeptierte das Schwinger Volk seinen überraschenden Entscheid.

Nach diesem kräftigen Applaus bedankte sich Bruno Gisler noch bei allen Besucherinnen und Besuchern für ihr zahlreiches Erscheinen, bei den Vereinen für die Mitgestaltung des feierlichen Einzugs und bei allen Helferinnen und Helfern im Hintergrund für das Bereitstellen der Infrastruktur und Verpflegung.

Damit ging der offizielle Teil des Festprogramms zu Ende, jedoch nicht der gemütliche Teil, der sich noch bis in die späten Abendstunden dahinzog und seine Fortsetzung im Restaurant Adler fand. 

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Kommentar: VAR im Schwingsport

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Schlussbericht: Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest 2025